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Eine pflanzliche Fettbremse

Artischocke:
Eine pflanzliche Fettbremse
Artischocken-Präparate unterstützen die Verdauung und
machen auf diese Weise fettes Essen verträglicher. Neue Studien zeigen, dass
die Arzneipflanze des Jahres 2003 sogar den Cholesterinspiegel senken kann.
Zehn Prozent weniger Gesamt-Cholesterin durch ein hoch
dosiertes Artischocken-Präparat. Das ist das Ergebnis einer Studie mit 143
Patienten, die einen erhöhten Cholesterinspiegel hatten. In sechs Wochen sanken
die Cholesterinwerte um etwa ein Fünftel. Damit könnte die Heilpflanze nicht
nur gegen Verdauungsbeschwerden eingesetzt werden, sondern auch gegen einen
hohen Cholesterinspiegel.
Cholesterinsenkung beim Menschen bestätigt
Dass Artischocken-Extrakt den Cholesterinspiegel auf vielfältige Weise
beeinflusst, ist schon länger bekannt. Die bisherigen Studien waren aber in
erster Linie Zellkultur-Experimente. Biochemiker der Universität Leipzig zum
Beispiel hatten schon 1996 herausgefunden, dass Artischocken-Extrakt ein Enzym
hemmt, das Leberzellen zur Bildung von Cholesterin brauchen. Doch erst die oben
erwähnte Studie zeigte, dass Artischocken auch in der Lage sind, einen erhöhten
Cholesterinspiegel bei Menschen mit Fettstoffwechselstörungen zu senken.
Der cholesterinsenkende Effekt beruht nicht allein auf der verringerten
Cholesterinbildung. Mindestens genauso wichtig ist es, dass Artischocken-Extrakt
die Bildung von Gallensäuren anregt und ihre Ausscheidung über den Darm erhöht.
Weil der Körper die verloren gegangenen Gallensäuren aus Cholesterin neu
bilden muss, verringert eine erhöhte Gallensäure-Ausscheidung auch die
Cholesterinmenge im Körper.
Bisher nur bei Gallenbeschwerden zugelassen
Bis Artischocken-Präparate als Cholesterinsenker zugelassen sind, wird
es allerdings einige Zeit dauern. Denn es fehlen noch Studien, die zeigen, dass
die Pflanze synthetischen Cholesterinsenkern ebenbürtig ist. Und es fehlen
Untersuchungen, die zeigen, dass die Cholesterinsenkung durch
Artischocken-Extrakt zu einem verringerten Risiko für
Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall führt. Solche
Studien gibt es bisher nur für synthetische Cholesterinsenker, die so genannten
Statine.
Gut erforscht ist die Wirkung von Artischocken-Extrakt bei Verdauungsstörungen,
vor allem gegen Beschwerden nach dem Verzehr fetter Mahlzeiten. Gegen Probleme
dieser Art enthält die Heilpflanze einen ganzen Cocktail von Wirkstoffen, die
sich gegenseitig ergänzen:
Bitterstoffe: Sie reizen den Vagusnerv, dessen Enden
unter anderem auf der Magenschleimhaut sitzen. Der Vagusnerv steuert die Drüsentätigkeit
im gesamten Organismus. Wird er gereizt, bildet der Magen mehr Säure. Das fördert
die Eiweiß-Verdauung im Magen.
Caffeoylchinasäuren: Diese Substanzen verbessern die
Fettverdauung gleich mehrfach: Sie steigern die Bildung von Gallenflüssigkeit
in der Leber, und sie regen die Gallenblase an, mehr Gallenflüssigkeit in den
Darm abzugeben. Das erleichtert die Verdauung von fettem Essen. Denn die
Gallenflüssigkeit enthält Stoffe, die ähnlich wie ein Spülmittel das Fett im
Nahrungsbrei fein verteilen. Dadurch vergrößert sich die Oberfläche, und die
Fett spaltenden Enzyme der Bauchspeicheldrüse können das Fett in der Nahrung
besser verdauen. Das verringert Blähungen und Völlegefühl, die als Folge
einer gestörten Fettverdauung nach fetten Mahlzeiten häufig auftreten.
Flavonoide: Diese Substanzen schützen die Leberzellen
vor Schadstoffen. Weil die Leber Gallenflüssigkeit bildet, funktioniert auch
die Fettverdauung besser, wenn die Leber geschützt ist.
Inhaltsstoffe ergänzen
sich in ihrer Wirkung
Für die gute Wirkung bei Verdauungsbeschwerden ist das Zusammenspiel
aller Inhaltsstoffe wichtig. Deshalb überprüfen die Hersteller mit viel
Aufwand, ob das Muster der verschiedenen Pflanzenstoffe von einer Ernte zur nächsten
konstant ist. Eine dauerhafte Qualität lässt sich nur erreichen, wenn auch die
Anbaubedingungen möglichst gleich bleibend sind. Aus diesem Grund stammen die
Artischockenblätter für die Arzneiherstellung aus speziellen Kulturen. Denn
die Blätter, die beim Ernten der als Gemüse geschätzten Blütenstände übrig
bleiben, haben für Arzneizwecke einen zu geringen Wirkstoffgehalt.
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