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Arzneitee: Gesundheit aus Blatt und Blüte

Arzneitee: Gesundheit aus Blatt und Blüte

 
Alt bewährt und immer beliebter: Tee als Arznei. Fast alle leichten Beschwerden können Sie mit Heilkräutern behandeln. Wir stellen vier wirksame Mischungen vor und geben Ihnen Tipps zu Lagerung, Zubereitung und Anwendung
 

Schon vor fünf Jahrtausenden sollen die Chinesen ihre Beschwerden mit Tees aus Heilkräutern behandelt haben. Heute werden nach Angaben der Wirtschaftsvereinigung Kräuter- und Früchtetee e.V. in Deutschland jährlich über 33000 Tonnen Kräuter- und Früchtetee verkauft, was etwa 11 Milliarden Tassen entspricht. 5 Prozent davon – rund 550 Millionen Tassen – sind Arzneitees.


Tees aus der Apotheke werden streng kontrolliert
Apothekentees sind von höchster Qualität. Bei ihrer Herstellung und Lagerung gelten die strengen Richtlinien des Deutschen Arzneibuchs. Das betrifft aufwendige Laborkontrollen bis hin zur fachmännischen Aufbewahrung in speziellen Teeräumen. Zwischen 250 und 300 Heilpflanzen – im Fachjargon auch Teedrogen genannt – werden in der Apotheke angeboten.


Meist wird nicht die ganze Pflanze verwendet
Je nachdem, in welchen Teilen die wirksamen Inhaltsstoffe vorkommen, werden nur Blätter, Blüten, Kraut, Früchte, Wurzel oder Rinde verarbeitet. Selten macht ein einzelner Stoff die Wirkung aus; entscheidend ist das Zusammenspiel der verschiedenen Substanzen. Dazu gehören zum Beispiel Begleitstoffe oder sekundäre Pflanzenstoffe.


Wirksame Leitsubstanzen heilen
Man nennt daher nur die Wirkstoffgruppen, die als Leitsubstanzen angesehen werden, weil sie mengenmäßig fassbar sind, und denen man die Wirkung zuschreibt:

  • Ätherische Öle haben vielfältige Wirkungen. Sie sind desinfizierend und Husten lösend, bringen die Verdauung auf Trab und können Entzündungen lindern. Außerdem sorgen sie für einen charakteristischen Geschmack.

  • Bitterstoffe regen die Verdauung an, indem sie für eine vermehrte Absonderung von Verdauungssäften sorgen.

  • Flavonoide desinfizieren und hemmen ebenfalls Entzündungen.

  • Gerbstoffe wirken entzündungshemmend.

  • Saponine wirken Husten lösend und wassertreibend.


Was Nase und Auge verwöhnt
Teemischungen enthalten meist vier bis sieben verschiedene Komponenten. Neben den wirksamen Teedrogen sind oft geschmacksverbessernde Pflanzen zugesetzt, schließlich soll der Tee auch gut schmecken. Schönungsmittel sind ebenfalls beliebt. Dabei handelt es sich um farbgebende Komponenten wie zum Beispiel Kornblumen- oder Schlehdornblüten. Sie besitzen keine wirksamen Eigenschaften, machen den Tee aber optisch ansprechender.

Beutel, Pulver, Kraut: Sicher ist die Wirkung
Tee können Sie lose kaufen, in Beuteln oder als Instant – wie Sie ihn am liebsten haben. Alle Präparate müssen in der Apotheke den gleichen Qualiätsmerkmalen entsprechen und zeigen – abhängig von der vorgeschriebenen Dosierung – die gleiche Wirkung.

Arzneitee richtig zubereiten

  • Aufguss: Normalerweise werden die Teedrogen mit siedendem Wasser übergossen und zugedeckt einige Minuten stehen gelassen. Dann seiht man den Tee durch ein Sieb.

  • Abkochen: Reine Rinden-, Hölzer- und Wurzelmischungen werden abgekocht. Dazu wird die Droge mit der entsprechenden Menge Wasser versetzt und 5 bis 10 Minuten lang gekocht, bevor der Sud durch ein Sieb gegeben wird.

  • Kaltauszug: Schleimstoffhaltige Drogen (zum Beispiel Eibisch oder Isländisch Moos) werden mit kaltem Wasser angesetzt, mehrere Stunden unter gelegentlichem Umrühren stehen gelassen und anschließend durch ein Teesieb gegeben. Empfindliche Wirkstoffe werden so nicht zerstört, und Schleimstoffe quellen nicht zu stark auf. Diese Methode verhindert auch, dass schlecht verträgliche Inhaltsstoffe in das Teewasser gelangen. Wegen der erhöhten Verkeimung solcher Kaltmazerate muss der Tee vor dem Trinken grundsätzlich erhitzt werden.

 

Weitere Informationen:

 

 

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Stand: 12.02.2005 Impressum