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Blutarmut

 

Blutarmut
  
Wem es an Blut mangelt, der fühlt sich schlapp und wird leicht krank. Die häufigsten Ursachen der Blutarmut, und was Sie wieder fit macht

Wenn etwas mit dem Blut nicht stimmt, können wir das nur an äußeren Symptomen erkennen. Die häufigsten Anzeichen für eine Blutarmut (Anämie): 

- Müdigkeit, 

- Schlappheit, 

- Abwehrschwäche, 

- Nervosität, 

- Blässe.

Verantwortlich dafür ist ein Mangel an roten Blutkörperchen (Erythrozyten), den Sauerstoffträgern des Blutes. Etwa 25 Billionen rote Blutkörperchen sind ständig auf der Durchreise durch unseren Körper. Sie werden im Knochenmark gebildet und kreisen etwa vier Monate im Blut, bevor „ältere Modelle“ in der Milz aussortiert und von Knochenmark und Leber abgebaut werden. Laufend sorgt der Organismus für Nachschub: Er produziert etwa drei Millionen Erythrozyten pro Sekunde. Haupttransporteur des lebenswichtigen Sauerstoffs ist der Blutfarbstoff Hämoglobin. Jedes seiner Moleküle kann vier Sauerstoffmoleküle durch die Arterien befördern.


Ein Blutbild hilft, die Ursache zu finden
Ob jemand, der sich ständig schlapp und müde fühlt, unter einer Anämie leidet, kann durch ein Blutbild eindeutig geklärt werden. Mit dieser Methode erkennt der Arzt, ob beziehungsweise wie stark die Zahl der Blutkörperchen verringert ist. Dann kann er weitere Untersuchungen vornehmen, um die Gründe dafür zu klären.

Mögliche Ursachen einer Anämie sind größere Blutverluste. Dazu gehören die Regelblutung der Frau, Blutungen aus Magengeschwüren oder Hämorrhoiden sowie Verletzungen nach Unfällen oder Operationen.

Auch eine gestörte Blutbildung – wie sie zum Beispiel durch einen Mangel an Eisen, Vitamin B12 oder Folsäure entsteht – ist ein möglicher Auslöser.

Außerdem kann die vermehrte Zersetzung roter Blutkörperchen zu den genannten Mangelerscheinungen führen. Sie geht auf das Konto von Membran- oder Enzymdefekten. Die fehlerhaften, deformierten Blutkörperchen werden von der Milz vorzeitig abgebaut und entsorgt.

Der häufigste Schlappmacher: Zu wenig Eisen im Blut
Blutarmut entsteht am häufigsten durch Eisenmangel. Eisen ist der wichtigste Baustein bei der Blutbildung. Der Körper ist auf dieses Element angewiesen. Es ist Bestandteil des Blutfarbstoffs Hämoglobin, das für den Sauerstofftransport in die Zellen verantwortlich ist. Als Kern des Hämoglobinmoleküls sorgt es dafür, dass der Sauerstoff sich im Blutkörperchen an das Hämoglobin anlagern und zu den Körperzellen gebracht werden kann. Zu einem Eisenmangel kommt es meist wegen Blutverlusten (siehe oben), gestörter Eisenverwertung oder eisenarmer Ernährung. 

Mögliche Symptome sind neben Blässe, Schlappheit, Müdigkeit und Konzentrationsschwäche auch trockene Haut, rissige Mundwinkel, brüchige Haare und Fingernägel, Längsrillen in den Fingernägeln oder gewölbte Nägel. Der Körper braucht ein bis zwei Milligramm Eisen täglich. Weil er es nicht besonders gut verwerten kann, muss er es im Überschuss von zehn bis 15 Milligramm pro Tag aufnehmen. Stillende Frauen benötigen etwa 20 Milligramm täglich, Schwangere sogar 30 Milligramm. Ältere Menschen und Patienten mit Magen-Darm-Erkrankungen haben ebenfalls einen erhöhten Bedarf. Auch radikale Diäten können den Eisenhaushalt aus dem Lot bringen.


Fleisch, Getreide und Gemüse füllen leere Eisendepots auf
Stellt der Arzt bei Ihnen einen Eisenmangel fest, kann dieser durch Medikamente aus der Apotheke ausgeglichen werden. Allerdings müssen die Präparate über längere Zeit eingenommen werden, bis die leeren Speicher wieder aufgefüllt sind. Vorbeugend und therapiebegleitend sollten Sie auf eine eisenreiche Ernährung achten.

Geeignete Nahrungsmittel sind Fleisch (Rind, Kalb, Schwein, Geflügel, Lamm), Fisch, Hülsenfrüchte (Linsen, Bohnen, Erbsen), Vollkornprodukte, Getreide (Haferflocken, Weizen, Roggen), Gemüse (Fenchel, Rote Bete, Schwarzwurzel), Nüsse, Samen und Eier.
Nahrungsmittel, die reich sind an Vitamin C, verbessern die Eisenaufnahme. Ideal ist es deshalb, zum Frühstücksbrot eine Paprika zu essen, ein Glas Orangensaft zu trinken oder das Getreideflocken-Müsli mit frischen Früchten aufzupeppen.

Zu wenig Vitamin B12 und Folsäuremangel (megaloblastische Anämie oder perniziöse Anämie) sind ebenfalls häufige Störfaktoren bei der Blutbildung. In diesen Fällen verzögert sich die Reifung von Blutkörperchen. Zusätzlich kann es zu neurologischen Beschwerden wie Kribbeln in den Beinen oder Magen-Darm-Problemen kommen. Vitamin B12 ist reichlich in Nahrungsmitteln tierischer Herkunft vorhanden – Fleisch, Milch und Eiern. Ein Mangel an Folsäure entsteht in erster Linie durch erhöhten Bedarf, also bei älteren Menschen, Alkoholikern oder während der Schwangerschaft sowie bei Mangelernährung.

Sind rote Blutkörperchen so geschädigt, dass sie keinen Sauerstoff mehr transportieren, zieht die Milz sie aus dem Verkehr und zersetzt sie. Wenn der Körper nicht schnell genug Nachschub liefern kann, entsteht ein Mangel (hämolytische Anämie). Angegriffen werden die roten Blutkörperchen zum Beispiel durch Parasiten und Viren. Auch das eigene Immunsystem kann bei bestimmten Erkrankungen Substanzen produzieren, die den Körper attackieren. Ist das Knochenmark nach Virusinfekten oder Autoimmunreaktionen geschädigt, produziert es ebenfalls Erythrozyten, die nicht voll funktionsfähig sind und aussortiert werden.
Ausgewogene Ernährung, ausreichend Schlaf und Bewegung sind Garanten für ein intaktes Immunsystem und damit ein gutes Blutbild. Wer viel schläft, hilft dem Körper, sich von Belastungen zu erholen und zu regenerieren. Sport hält Herz und Kreislauf auf Trab und verbessert den Sauerstofftransport in die Zellen.


Steckbrief Blut
Woraus besteht es? Der flüssige Anteil des Blutes (Plasma) macht etwa 58 Prozent des Blutvolumens aus, die Blutzellen 42 Prozent. Zu den Blutzellen gehören rote Blutkörperchen (Erythrozyten), weiße Blutkörperchen (Leukozyten) und Blutplättchen (Thrombozyten).


Was tut es?
Plasma transportiert Enzyme, Nährstoffe und Hormone zu den Körperzellen. Die Erythrozyten versorgen sie mit Sauerstoff. Weiße Blutkörperchen eliminieren Krankheitserreger und körpereigene defekte Zellen. Blutplättchen dichten durch Gerinnung bei Verletzungen offene Stellen in Haut und Gewebe ab. Und: Blut verteilt die Körperwärme und hält den pH-Wert konstant.

 

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Stand: 29.06.2003 Impressum