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Cholesterin
8 wichtige
Antworten zum Thema Cholesterin
Cholesterin ist heute eine Selbstverständlichkeit in unserem Sprachgebrauch,
aber die wenigsten wissen, was es eigentlich ist. Begriffe wie 'Gutes' oder
'schlechtes Cholesterin' verwirren. Alles, was Sie wissen sollten, ist hier kurz
und knapp erklärt
1. Wieso ist es so wichtig, den Cholesterinspiegel
zu kennen?
Untersuchungen zeigen, dass es einen Zusammenhang zwischen dem erhöhten
Cholesterinspiegel im Blut, dem Auftreten von Arteriosklerose
(Arterienverkalkung) und der Häufigkeit von Herzerkrankungen gibt. Nach
heutigem Wissensstand fördert oxidiertes LDL-Cholesterin die Bildung
arteriosklerotischer Plaques in den Gefäßwänden. Dies führt zu einer
Verengung oder im extremsten Fall zu einem Verschluss der Gefäße, etwa beim
Herzinfarkt oder Schlaganfall. Neben ständig erhöhten Cholesterinwerten gibt
es aber noch eine Reihe weiterer Faktoren, die das Risiko für
Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen:
eine familiäre Vorbelastung,
Bewegungsmangel,
Übergewicht,
Rauchen,
hoher Blutdruck
und Diabetes.
2. Ist Cholesterin grundsätzlich schlecht für die Gesundheit?
Cholesterin ist für den Körper lebensnotwendig. Er benötigt es,
um Energie zu gewinnen oder zu speichern und als Baumaterial, um Hormone,
Gallensäuren, Zellwände und Vitamin D herzustellen. Unser Körper bekommt
Cholesterin vor allem aus der Nahrung, oder er stellt es selber her. Ungesund
wird Cholesterin erst, wenn beispielsweise durch eine cholesterinreiche Ernährung
oder bei einer Fettstoffwechselstörung zuviel davon im Blut kreist.
3. Was ist „gutes“ und was ist „schlechtes“ Cholesterin?
Fette werden im Blut zusammen mit bestimmten Eiweißen quasi als
winzige Tröpfchen transportiert. Je nach der Dichte der Eiweiße, an die es
gebunden ist, unterscheidet man zwischen HDL- (High Density Lipoprotein), oder
LDL- (Low Density Lipoprotein) Cholesterin. Das HDL entsorgt das überschüssige
Cholesterin aus den Zellen und schafft es zur Leber, wo es zur Gallensäure
abgebaut und damit letztlich ausgeschieden wird. Je mehr HDL im Blut vorhanden
ist, um so mehr überschüssiges Cholesterin kann aus dem Blut entfernt werden.
Deshalb nennt man das HDL-Cholesterin auch das „gute“ Cholesterin. Das LDL
ist dagegen der Cholesterin-Lieferant der Zelle, er beliefert die Zellen mit
Cholesterin. LDL-Cholesterin gilt als „schlechtes“ Cholesterin, weil es an
vorgeschädigten Gefäßwänden zur Bildung arteriosklerotischer Plaques führen
kann, insbesondere wenn im Blut zuviel davon vorhanden ist. Untersuchungen
zeigen, dass freie Radikale in diesem Prozess eine wichtige Rolle spielen. Sie
schädigen nicht nur die innere Gefäßwand, sondern verändern das
LDL-Cholesterin chemisch so, dass es noch leichter an der Gefäßwand anhaftet.
Fazit: Zu hohes LDL-Cholesterin steigert die Wahrscheinlichkeit für
Ablagerungen in den Gefäßen, das HDL-Cholesterin senkt sie.
4. Welcher der Cholesterinwerte ist am wichtigsten?
Zunächst wird meist der Gesamtcholesterinwert ermittelt. Diesen
Wert können Sie auch in der Apotheke bestimmen lassen. Wenn dieser zu hoch ist,
müssen Sie beim Arzt die LDL- und HDL-Cholesterinwerte untersuchen lassen. Für
die Bewertung des Cholesterins als Risikofaktor sind sowohl LDL- als auch
HDL-Werte wichtig.
5. Wie hoch dürfen die Cholesterinwerte sein?
Wie hoch Ihre Werte sein dürfen, hängt von Ihrem
Gesundheitszustand, Ihren Lebensgewohnheiten und Ihrer erblichen Veranlagung ab.
Deshalb kann eine Empfehlung des Arztes für Sie anders ausfallen, als für
Freunde oder Bekannte. Generell gilt: Wer völlig gesund ist, keine erblichen
Belastungen oder zusätzlichen Risikofaktoren hat, für den gelten keine
engbegrenzten Cholesterinwerte. Dann reicht es meist normalgewichtig zu bleiben,
gesund zu essen und sich regelmäßig zu bewegen. Auch das Alter spielt eine
Rolle bei der Bewertung.
6. Was muss man beachten, wenn es in der Familie bereits Fälle von
Herzinfarkt, Schlaganfall oder anderen Herz-Kreislauf-Erkrankungen gibt?
Wenn diese Fälle bei Verwandten ersten Grades, also bei Eltern oder
Geschwistern aufgetreten sind, aber auch wenn der Betreffende andere
Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen hat (siehe auch erste Frage),
empfiehlt die deutsche Herzstiftung LDL-Werte unter 130 mg/dl. Denn bei
erblicher Belastung können schon mäßig erhöhte Gesamtcholesterinwerte und
LDL-Werte ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen bedeuten. Wer
selbst unter Herz-Kreislauf-Erkrankungen leidet, beispielsweise unter Angina
pectoris-Beschwerden, oder wer bereits einen Herzinfarkt hinter sich hat, sollte
LDL-Werte von unter 100 mg/dl anstreben. Häufig kann dieser Zielwert nur durch
Cholesterin-senkende Medikamente erreicht werden, die der Arzt verschreibt.
7. Wie kann man den Cholesterinspiegel senken?
Wer Übergewicht hat, sollte zunächst sein Gewicht normalisieren.
Ernähren Sie sich generell ballaststoffreich und fettarm. Achten Sie auf eine
cholesterinarme Ernährung. Cholesterin ist ausschließlich in tierischen Fetten
enthalten. Verzichten Sie deshalb häufiger mal auf Wurst, fettes Fleisch oder
fetten Käse, Eigelb und Gebäck. Verwenden Sie zum Kochen grundsätzlich
pflanzliche Fette mit einfach oder mehrfach ungesättigten Fettsäuren, wie
Olivenöl, Rapsöl, oder Sonnenblumenöl. Essen Sie häufiger Tiefseefisch; er
enthält Omega-3-Fettsäuren. Sie beeinflussen das Risiko für Arteriosklerose
positiv.
8. Wieso empfiehlt der Arzt bei hohen Cholesterinwerten mehr Bewegung?
Regelmäßige zusätzliche Bewegung hilft Ihnen, Ihr Gewicht zu
reduzieren. Außerdem senkt sie langfristig einen leicht erhöhten Blutdruck und
kann den „guten“ HDL-Wert erhöhen.
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