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Fußpilz

Volksleiden Fußpilz
Richtig
vorbeugen und behandeln
Die Erkrankung
ist lästig, eklig – und langwierig. Doch mit den richtigen Tricks bekommen
Sie das Problem in den Griff
Fußpilz ist für die Bundesbürger die peinlichste
Hauterkrankung. Sie ist uns noch unangenehmer als Warzen, Herpes oder Akne,
lautet das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage der GfK Marktforschung. Umso
erstaunlicher ist es, dass 60 Prozent der Betroffenen nichts dagegen tun. Dabei
ist es sehr wichtig, gegen die Erkrankung vorzugehen, denn sie ist lästig und
andere Menschen können sich leicht anstecken. Einfache Verhaltensregeln und
eine konsequente Behandlung helfen, das Problem in den Griff zu bekommen.
Wie macht sich Fußpilz bemerkbar?
Die Erreger der Erkrankung leben in menschlichen Hautschüppchen und
dringen durch winzige, meist unbemerkte Risse in die Haut ein. In etwa 80
Prozent aller Fälle wird die Pilzinfektion (Mykose) durch Dermatophyten, zum
Beispiel Trychophyten-Arten, verursacht. Viele Betroffene verspüren Juckreiz
zwischen den Zehen. Die Haut rötet sich und kann juckende Bläschen oder
aufgequollene Schüppchen bilden. Auch weiße, gequollene Hautpartien sind
Anzeichen einer Ansteckung.
Wann muss man zum Arzt gehen?
Sobald man Anzeichen einer Hautveränderung bemerkt. Der Arzt klärt ab,
ob es sich um eine Pilzerkrankung handelt, da auch andere Hautkrankheiten ähnliche
Symptome hervorrufen können. Allgemein gilt: Je früher ein Fußpilz behandelt
wird, desto besser. Denn der Erreger kann auch die Haut an Fußsohlen und
Handinnenflächen sowie Haare und Nägel befallen. „Solche Erkrankungen
bekommt man mit einer lokalen Fußpilzbehandlung nur schwer in den Griff“,
warnt Hans-Jürgen Tietz, Fußpilzexperte von der Berliner Charité.
Wo kann man sich anstecken?
Die Erreger lauern überall dort, wo Menschen barfuß laufen: in Hallenbädern,
öffentlichen Duschen, Umkleideräumen, Saunen oder auf Teppichböden in Hotels.
Häufig steckt man sich zu Hause an. Ist ein Familienmitglied betroffen, werden
die Schüppchen unbemerkt von anderen „aufgelesen“. „Man kann sich sogar
durch das Tragen von geliehenen Ski- oder Langlaufschuhen anstecken“, weiß
Tietz. Die Feuchtigkeit im Schuh macht es möglich, dass die Erreger auch durch
die Strümpfe dringen.
Sind manche Menschen anfälliger für Fußpilz als andere?
„Es gibt Menschen, die sich immer wieder neu anstecken“, sagt Tietz.
„Fußpilze gedeihen bei feuchter Kälte am besten. Wer also zu kalten Füßen
oder Schweißfüßen neigt, Blutdruckschwankungen oder Durchblutungsstörungen
hat (zum Beispiel Raucher oder ältere Leute) oder längerfristig bestimmte
Medikamente (wie Cortison oder Immunsuppressiva) einnimmt, ist gefährdet. Bei
diesen Menschen wird das Abwehrsystem entweder unterdrückt oder überfordert.
Eine große Risikogruppe sind Diabetes-Patienten. Ihre Füße sind schlechter
durchblutet, und das Nervenempfinden ist gestört. Deshalb bemerken sie den
begleitenden Juckreiz oft gar nicht. „Etwa ein Drittel der Bevölkerung kann
sich glücklich schätzen“, sagt Tietz. „Sie sind – vermutlich aufgrund
genetischer Faktoren – gegen die Fußpilzerreger immun.“
Wie behandelt man eine Infektion?
Menschen, die zu Fußpilz neigen und bei denen bereits eine Infektion
festgestellt wurde, erhalten in der Apotheke Antimykotika, also Pilz
vernichtende Präparate. Sie enthalten Wirkstoffe wie Tolnaftat, Naftifin oder
Terbinafin. Bifonazol, Clotrimazol oder Ketoconazol sind in
Breitspektrum-Antimykotika enthalten. Sie haben den Vorteil, dass sie bei
verschiedenen Erregern wirksam sind. Es gibt sie als Salben, Cremes, Gele, Puder
oder Lösungen. Lassen Sie sich zu Art und Dauer der Anwendung von Ihrem
Apotheker beraten. Einige Präparate werden nur einmal, andere mehrmals am Tag
aufgetragen. Wer zu Schweißfüßen neigt, kann die Therapie durch ein Puder ergänzen,
das die Füße trocken hält. Wichtig ist, dass die Behandlung konsequent über
längere Zeit durchgeführt wird, selbst wenn die Beschwerden nachlassen. Nur so
sind Sie vor einem erneuten „Aufflammen“ sicher.
Was muss man bei der Behandlung sonst noch beachten?
Die Haut muss vor dem Auftragen des Präparates schonend gereinigt und
sorgfältig getrocknet werden. Eine Möglichkeit ist es, die Zehenzwischenräume
trocken zu föhnen. Damit andere nicht angesteckt werden, sollten Betroffene
nicht barfuß laufen und für die Füße ein extra Handtuch benutzen. Um den
Partner vor einer Ansteckung zu schützen, ist es ratsam, nachts im Bett
Baumwollsocken zu tragen. Handtücher, Bettzeug, Schlafanzug und Socken sollten
regelmäßig bei mindestens 60 Grad gewaschen werden. „Zur Sicherheit saugen
Sie die Teppiche regelmäßig und gründlich“, sagt Tietz. Tragen Sie gut belüftete
Schuhe. Strümpfe und Schuhe aus Naturmaterialien (Baumwolle oder Leder)
schaffen ein Pilz abweisendes Klima. Ideal ist es, wenn die Schuhe zusätzlich
mit einem antimykotischen Puder oder Spray aus der Apotheke desinfiziert werden.
Wie schützt man sich am besten vor Fußpilz?
Tragen Sie in öffentlichen Duschen oder Hallenbädern stets die eigenen
Badeschuhe. Achten Sie darauf, dass Sie die Füße nach jedem Waschen gut
abtrocknen. Wer sich bereits einmal mit Fußpilz angesteckt hat, kann als
vorbeugende Maßnahme ein antimykotisches Fußpuder aus der Apotheke verwenden.
Um Sprühdesinfektionsduschen sollten Sie einen großen Bogen machen. „Sie
werden häufig von Menschen benutzt, die von ihrer Fußpilzerkrankung wissen.
Deshalb findet man gerade dort auch eine hohe Zahl infizierter Hautschüppchen“,
warnt Tietz. Außerdem sei der Anteil desinfizierender Mittel in solchen Anlagen
oft zu gering dosiert, so dass ein kurzes Abduschen der Füße sowieso nicht für
einen wirksamen Schutz ausreicht.
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