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| | Zöliakie:
Hoffnung auf Gluten-Schnelltest

Hoffnung
auf Gluten-Schnelltest
Eines von tausend Kindern leidet in Deutschland an der Darmkrankheit Zöliakie
und muss das Getreideeiweiß Gluten zeitlebens strikt meiden. Ein neuer Test
soll verstecktes Gluten im Essen aufspüren.
Weizen, Hafer, Gerste oder Roggen – alles rote Tücher
für Patienten mit Zöliakie (bei Erwachsenen Sprue genannt). Denn diese
Getreidesorten enthalten das Eiweiß Gluten, dass die Dünndarmschleimhaut der
Betroffenen entzündet und mit der Zeit abflacht. Also sollten die Betroffenen
nach Möglichkeit überhaupt kein Gluten zu sich nehmen.
Keine Sicherheit bei Fertiggerichten
Vielen zubereiteten Gerichten sieht man jedoch leider nicht an, ob sie
Gluten enthalten. Auf die Packungsangaben ist insofern kein hundertprozentiger
Verlass, weil es bislang keine standardisierten Tests gibt, die einen
Glutengehalt im millionstel Grammbereich nachweisen können. Zudem verfälschen
biochemische Wechselwirkungen häufig die Ergebnisse. Für die Zöliakie-Patienten
bedeutet das ständige Unsicherheit darüber, ob sie etwas zu sich nehmen können,
was nicht zu Hause selbst zubereitet worden ist.
Test-Entwicklung: Ganz Europa mischt mit!
Ganz gleich, ob es sich um frische, erhitzte oder industriell
verarbeitete Lebensmittel handelt: Kinder mit Zöliakie sollen ihr Essen bald
mit Hilfe eines Einweg-Testkits an Ort und Stelle auf ihren Gluten-Gehalt prüfen
können. Gemeinsam mit acht europäischen Partnern arbeiten das Institut für
Mikrotechnik GmbH (IMM) in Mainz und die Trace Biotech AG in Braunschweig daran,
in den kommenden drei Jahren einen Test-Prototyp zu entwickeln, der winzige
Mengen Gluten innerhalb von Minuten nachweist. Um Anwender-Problemen
vorzubeugen, sollen Patienten die Test-Entwicklung auf jeder Stufe mit ihrem
Urteil begleiten. Mit drei Millionen Euro wird das Projekt im Rahmen des
„Quality of Life“ – Programms der europäischen Union gefördert. In vier
bis fünf Jahren, so schätzt Dr. Stefan Kunze vom Institut für Mikrotechnik in
Mainz im Gespräch mit BabyundEltern.de, könnte der Test vermarktungsfähig
sein.
Wie der Test funktioniert
Grundlage für den Einweg-Glutentest ist ein seit langem bewährtes
Verfahren der Serologie mit dem komplizierten Namen ELISA = Enzyme Linked
ImmunoSorbent Assay. Die Methode nutzt Bindungsreaktionen des Immunsystems um
bestimmte Eiweiße aufzuspüren und durch Farbreaktionen kenntlich zu machen.
Patienten sollen in der Apotheke kostengünstige Einweg-Teststreifen erwerben können,
die sie mit sich führen und mit denen sie in Minutenschnelle unbekanntes Essen
testen können.
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