|
Sulz am Neckar
Tel.07454-95810
Mo-Fr
8:00-18:30
Sa 8:00-12:30
durchgehend geöffnet
Die
Apotheke
werktags
Lieferdienst
Dr.
Hauschka Natur-Kosmetik
Labor-Untersuchungen
Geschichtliches
Gesundheits-Service
Kundenkarte
Kompressions- und Stützstrümpfe
Online-Shop
Pollenflug-Vorhersage
Reiseimpfberatung
Verleih
von Milchpumpen & Babywaagen
Bestellung
von Arzneimitteln
Zuzahlungen
| | Reizthema
Kortison

Reizthema
Kortison
Für Mediziner ist es ein Multitalent, für Patienten indes
'pures Gift'. Die
sieben häufigsten Vorurteile über Kortison und was wirklich dran ist
1. Kortison ist pure Chemie
Es stimmt: Das Medikament Kortison wird künstlich hergestellt. 'Pures Gift', wie
manche sagen, ist es deshalb noch lange nicht. Das Hormon Cortisol wird in der
Nebennierenrinde produziert und ist für den Menschen lebenswichtig. Es
beeinflusst den Stoffwechsel, die körpereigene Abwehr, den Kreislauf und das
zentrale Nervensystem. Bei Schmerz, Entzündungen oder Fieber produziert der Körper
vermehrt davon, um mit den Anforderungen an den Körper besser fertig zu werden.
Diese positiven Eigenschaften als Entzündungshemmer machten sich
Wissenschaftler zu Eigen. Getreu der natürlichen „Bauanleitung“ bauen sie
den Wirkstoff im Labor nach. Moderne Präparate sind so konstruiert, dass sie
trotz niedriger Dosierung optimal helfen und möglichst wenig Nebenwirkungen
haben. Präparate für die äußerliche Anwendung wirken bevorzugt am
Krankheitsherd, zum Beispiel an einer entzündeten Hautstelle.
Das Wirkspektrum von Kortisonpräparaten ist groß: Die Ärzte verschreiben sie
bei Hautkrankheiten, zum Beispiel bei Schuppenflechte oder Neurodermitis.
Kortison kommt außerdem bei Rheuma, Asthma oder Allergien zum Einsatz.
2. Kortison schwemmt auf
Macht Kortison wirklich dick? „Nein“, sagen Experten. Kortisonhaltige Salben
und Cremes gegen Hautkrankheiten haben bei richtiger und bestimmungsgemäßer
Anwendung keinen Einfluss auf Gewicht und Aussehen. Sie wirken in erster Linie
nur äußerlich auf der Haut. Erst bei langfristiger und innerlicher Anwendung
(zum Beispiel als Infusion, Spritze oder Tablette) kann sich Wasser im Gewebe
einlagern und das Körpergewicht steigen.
3. Kortison schädigt Organe
Viele Patienten glauben: Kortison ist ein Teufelszeug, es greift sogar Organe
an. Das ist falsch. Wer Kortison äußerlich als Creme, Salbe oder Spray benutzt
und sich an die vorgeschriebene Dosierung hält, braucht nichts zu befürchten.
Mögliche Nebenwirkungen wie etwa der Abbau von Muskelsubstanz drohen erst bei
innerlicher Daueranwendung. Als Infusion, Spritze oder Tablette verabreicht,
gelangen die Wirkstoffe über die Blutbahn an den Krankheitsherd, so zum
Beispiel zu einem entzündeten Gelenk. Auf Dauer kann das den Organismus
belasten.
4. Salben oder Tabletten – das ist doch dasselbe
Ob Pille oder Creme – in beiden kann Kortison enthalten sein. Was die
Nebenwirkungen angeht, ist es aber ein Unterschied, ob Sie eine Pille schlucken
oder Creme auftragen. Tabletten gelangen über den Magen-Darm-Trakt in die
Blutbahn. Das Blut verteilt den Wirkstoff im ganzen Körper. Er ist nicht auf
den eigentlichen Krankheitsherd beschränkt. Diese systemische Wirkung kann
verstärkt Nebenwirkungen auslösen. Das ist der Unterschied zur Creme und
Salbe: Sie wirken hauptsächlich an der Stelle, wo sie aufgetragen wurden.
5. Von Kortison wird die Haut dünner
Wer kurzfristig einen Insektenstich oder Sonnenbrand mit kortisonhaltiger Salbe
behandelt, braucht keine Angst zu haben. Die Haut wird dadurch nicht geschädigt.
Bei einer langfristigen Behandlung gilt: Wer kortisonhaltige Präparate über
einen längeren Zeitraum und in hoher Dosierung aufträgt, muss damit rechnen,
dass sich die Hautbeschaffenheit verändert.
Doch der Hautarzt achtet darauf, die Nebenwirkungen für den Patienten möglichst
gering zu halten: Er stimmt die Kortisontherapie individuell auf den Hauttyp,
Ort und den Zustand der Hauterkrankung ab. Es ist ein Unterschied, ob eine
Hautstelle im Gesicht oder an behaarten Körperteilen betroffen ist. So wählt
der Hautarzt etwa zwischen fetthaltigen Grundlagen und Emulsionen aus.
Um die Haut zusätzlich zu schützen, sollen Patienten die entzündete und
gereizte Haut in weniger akuten Stadien mit einem kortisonfreien Präparat,
einer Basiscreme, pflegen. Den Zeitpunkt, ob und wann Sie auf Kortisonpräparate
ganz verzichten können, bestimmt ebenfalls der Arzt.
6. Kortison hilft nur kurzfristig
Kortison: Eine große Hilfe, aber nur für kurze Dauer. Viele Patienten glauben
das. Sie lehnen das Medikament ab. Zu Unrecht: Das viel diskutierte Präparat
heilt nicht nur akute Hautprobleme wie einen Sonnenbrand. Bei chronischen
Hautleiden wie Schuppenflechte oder Neurodermitis ist Kortison das wichtigste
Standbein der Therapie. Auch hier gilt: Neben regelmäßiger Anwendung ist die
individuell abgestimmte Dosis wichtig, um die Hautkrankheit langfristig und
erfolgreich behandeln zu können.
7. Kortison zerstört Knochen
Geht Kortison auf die Knochen? Bei längerer und innerlicher Einnahme kann diese
Nebenwirkung leider auftreten, sagen Experten. Deshalb wägt der behandelnde
Arzt Nutzen und Risiken sorgfältig ab. Er wählt eine Dosis, die dem Patienten
einerseits optimalen Nutzen, aber möglichst wenig Nebenwirkungen bringt. Um
einem Knochenschwund bei einer Kortisontherapie vorzubeugen, geben Ärzte zusätzlich
Vitamin-D- und Kalzium-Präparate.
|