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Lippenherpes

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Lippenherpes - die drei häufigsten Irrtümer

Mehr als sieben Millionen Deutsche bekommen regelmäßig Lippenbläschen. Hier erfahren Sie mehr zu drei Irrtümern über dieses lästige Leiden.


Die Lippen kribbeln, spannen und jucken: Fast jeder zehnte Deutsche kennt dieses Gefühl, mit dem sich eine Plage ankündigt: Lippenbläschen (Herpes labialis). Der Verursacher ist das Virus Herpes simplex Typ 1. Binnen weniger Stunden bilden sich auf Lippen, Nasenwurzel oder in den Mundwinkeln kleine, mit Flüssigkeit gefüllte, juckende oder schmerzende Bläschen. Erst nach einigen Tagen heilen sie ab, und es herrscht Ruhe – bis zum nächsten Ausbruch.

Irrtum 1: Anstecken kann ich mich nur beim Küssen
Zwar ist ein Kussverbot bei einem Herpes-Ausbruch durchaus sinnvoll, aber es genügt auch schon der Händedruck einer Person mit Lippenbläschen, um sich anzustecken. Den Erreger trägt fast jeder Mensch in sich: Mehr als 95 Prozent der Erwachsenen haben sich im Lauf ihres Lebens das Virus eingefangen – die meisten, ohne etwas davon zu bemerken. Nur bei jedem Zehnten machen sich die blinden Passagiere durch Lippenbläschen bemerkbar.

Irrtum 2: Lippenbläschen kann ich nicht verhindern
Lippenbläschen erscheinen häufig bei hoher UV-Strahlung, Stress oder Ekel. Aber auch eine Erkältung und hormonelle Veränderungen können das Virus aus seinem Schlummer wecken. Transplantationspatienten bekommen häufig Lippenbläschen, da sie – um das fremde Gewebe nicht abzustoßen – Medikamente einnehmen müssen, die ihre Immunabwehr schwächen. Die meisten Betroffenen kennen ihre Auslöser und vermeiden sie, so gut es geht.

Um vorzubeugen, sollten Sie Ihre Lippen sorgfältig vor Sonnenstrahlen schützen. Besonders beim Skifahren oder am Strand ist ein hoher Lichtschutzfaktor empfehlenswert, am besten ein Sunblocker in Form eines Fettstifts. Herpes labialis bricht vornehmlich dann aus, wenn das Immunsystem gestresst ist. Stärken Sie es durch gesunde Ernährung, regelmäßigen Sport und Abhärtung, beispielsweise durch Saunabesuche und Wechselduschen.

Für die Behandlung von Lippenherpes hält Ihre Apotheke verschiedene Präparate bereit. Virenhemmende Cremes mit dem Inhaltsstoff Aciclovir haben sich ebenso bewährt wie die Wirkstoffkombination Zinksulfat und Heparin, die die Bläschen austrocknet. Auch natürlicher Melissenextrakt lindert die Beschwerden.
Werden Sie schon bei den Vorboten einer Herpesattacke aktiv. Je früher Sie mit der Behandlung beginnen, desto besser können Sie die Infektion lindern und verkürzen.

Irrtum 3: Lippenherpes ist völlig ungefährlich
Zwar sind die Bläschen in der Tat eher lästig als gefährlich. Für Schwangere, Babys, Neurodermitis-Patienten und Menschen mit geschwächtem Immunsystem kann eine Herpesinfektion jedoch gefährlich werden. Blühen bei Ihnen Lippenbläschen, sollten Sie im Umgang mit diesen Personen besonders auf Hygiene achten (s.u.). Kritisch wird es auch, wenn die Erkrankung nicht nur an den Lippen, sondern auch an anderen Regionen, in Augennähe oder in Form von Hautekzemen auftritt. Dann müssen Sie umgehend einen Arzt aufsuchen. Dasselbe gilt für den Fall, dass die Bläschen mit großen Beschwerden verbunden sind, sich entzünden, öfter als sechs- bis achtmal pro Jahr auftreten, wenn große Gebiete befallen sind oder sich gleichzeitig eine Bindehautentzündung ausbildet. Einen Mediziner sollten Sie auch dann zu Rate ziehen, wenn die Eigenbehandlung nach zwei bis drei Tagen noch nicht angeschlagen hat. Der Arzt kann Ihnen in diesem Fall andere virenhemmende Präparate oder Medikamente zum Einnehmen verschreiben.

Hygiene ist das A und O
Bei einem Ausbruch von Lippenherpes gelten besondere Hygieneregeln:

- Finger weg von den Bläschen: Berühren Sie die Lippen möglichst wenig, um die Viren nicht auf andere Körperteile zu übertragen.
Regelmäßig die Hände waschen: Immer wenn Sie die Bläschen versorgt oder auch nur berührt haben, ist Händewaschen angesagt.

- Abstand halten: Halten Sie sich fern von Schwangeren, Säuglingen, Menschen mit Hauterkrankungen sowie Patienten, die immununterdrückende Medikamente bekommen. Gegebenenfalls Hände desinfizieren. Es gilt striktes Kuss-Verbot!

- Kein gemeinsames Geschirr: Teilen Sie mit niemandem Glas oder Besteck. Das Gleiche gilt für Zahnbürste, Handtuch und Waschlappen.

- Vorsicht Kontaktlinsenträger: Ein Übergreifen von Lippenherpes auf die Bindehaut ist sehr gefährlich. Steigen Sie bei Lippenbläschen deshalb besser auf die Brille um.

 

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Stand: 19.03.2012 Impressum