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Crohn

Morbus Crohn
Die
Krankheit, die aus der Kälte kam
Kühlschrank und Eisfach sind aus dem modernen Leben
nicht wegzudenken. Leider begünstigen sie offenbar Darmentzündungen.
Die Verbreitung des Kühlschranks im Haushalt soll,
so das Forscherteam um Jean-Pierre Hugot von der Robert Debre Klinik in Paris,
eine Ursache für die chronisch-entzündliche Darmerkrankung Morbus Crohn sein.
Die Forscher stellen die Hypothese auf, dass kälteliebende Bakterien, die sich
auch bei niedrigen Temperaturen vermehren, verantwortlich für die Zunahme der
Entzündungskrankheit im 20. Jahrhundert sein sollen.
Gestützt werde ihre Theorie durch gestiegene Zahlen an Morbus-Crohn-Fällen
seit den 40-er Jahren, so die Experten. Besonders die Bakterientypen Yersinia
und Listeria kommen als Haupterreger in Frage. Im Gegensatz zu vielen anderen
Typen vermehren sich diese auch bei sehr niedrigen Temperaturen und finden sich
sowohl in vielen typischerweise im Kühlschrank aufbewahrten Lebensmitteln als
auch im Darm bei Morbus-Crohn-Kranken. „Alle Ergebnisse deuten auf die Kühlung
als einen potenziellen Risikofaktor für Morbus Crohn hin“, argumentiert Hugot.
Yersinien und Listerien finden sich in Rindfleisch, Schweinefleisch, Hühnerfleisch,
Würsten, Hamburgern, Käse und Salat.
Die Forscher betonen jedoch, dass die Kühlung von Lebensmitteln zu einer
ausgewogenen Ernährung und zur Eindämmung vieler anderer gefährlicher
Erkrankungen beigetragen haben. Die Vorteile gekühlter Lebensmittel würden
insgesamt überwiegen.
Morbus Crohn ist eine in Schüben verlaufende chronisch-entzündliche
Darmerkrankung, deren Ursache bis jetzt unbekannt ist. Die Entzündung kann alle
Teile des Verdauungstraktes betreffen, am häufigsten ist sie jedoch im Übergangsbereich
vom Dünndarm zum Dickdarm lokalisiert. Typisches Symptom sind immer wieder
auftretende Durchfälle, die von krampfartigen Schmerzen im rechten Unterbauch
begleitet sein können. Die endgültige Diagnose wird mittels Darmspiegelung, Röntgen,
Ultraschall und Laboruntersuchungen gestellt.
Jährlich treten zwei bis vier Neuerkrankungen pro 100.000 Einwohnern auf, wobei
beide Geschlechter mit gleicher Häufigkeit erkranken. Es wurde sowohl eine
familiäre Häufung beobachtet, als auch eine ethnische. Weiße erkranken etwa
doppelt so oft wie Farbige. In den letzten 20 Jahren hat die Zahl der
Neuerkrankungen insgesamt zugenommen. Die genauen Ursachen der Erkrankung sind
jedoch nach wie vor unbekannt.
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