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Parkinson - Hinsehen und handeln

Parkinson - Hinsehen und handeln

Mit dem Alter steigt das Risiko für Parkinson. Doch vielfach werden die ersten Symptome übersehen. Wertvolle Zeit für die Therapie geht verloren

Mit zitternden Händen entflammte Muhammad Ali 1996 in Atlanta das Olympische Feuer und führte den Zuschauern dabei die Folgen seiner Krankheit deutlich vor Augen. Der ehemalige Box-Champion gilt als einer der bekanntesten Parkinsonkranken.

Die Dunkelziffer der noch nicht erkannten Patienten schätzen Experten auf etwa 100 000 in Deutschland. ,, Immer noch werden Menschen, die an Parkinson leiden, fehlerhaft oder unzureichend behandelt, weil die Frühsymptome falsch oder spät diagnostiziert werden”, klagt Friedrich-Wilhelm Mehrhoff von der Deutschen Parkinson Vereinigung (dPV). Vor sechs Jahren hat die dPV deshalb die Öffentlichkeitskampagne ,,Hinsehen – Handeln – Helfen” ins Leben gerufen. ,,Wer genau hinsieht, dem fällt es oft leichter, erste Anzeichen dieser meist schleichend beginnenden Erkrankung zu entdecken”, weiß Mehrhoff und ruft die Betroffenen auf, frühzeitig einen Arzt aufzusuchen.

 

Frühsymptome erkennen

Mit gezielten Test kann der Spezialist feststellen, ob es sich tatsächlich um Morbus Parkinson handelt. Je früher der Arzt helfen kann , desto größer sind die Chancen, mit der Krankheit ein weitgehend normales Leben zu führen”, so Privatdozent Dr. med. Andreas Kupsch, Leiter der Ambulanz für Bewegungsstörungen an der Berliner Charité. Zu den frühen Symptomen der Stoffwechselstörung zählen unspezifische Beschwerden wie:

  • Rückenschmerzen

  • Verspannungen

  • Verstopfung

  • zitternde Hände

  • verkleinerte Schrift

  • Riechstörungen.

 

Bis zu 90 Prozent aller Patienten haben oft schon im Frühstadium Mühe, Gerüche zu erkennen. Besonders das Gewürz Oregano nehmen Kranke kaum wahr.

Schuld ist ein Mangel an Dopamin im Gehirn. Dieser Botenstoff überträgt Signale zwischen den Nervenzellen, die die Muskeln des gesamten Körpers steuern. Fehlt Dopamin, geraten Bewegungen außer Kontrolle. Deutlich werden die Folgen dieses Botenstoffmangels, wenn der Dopaminspiegel 60 bis 80 Prozent unter den Normwert sinkt: Die Hände zittern. Der Gang stockt. Muskeln versteifen. Darmbewegungen erlahmen. Die Mimik erstarrt.

 

Ursachen sind ein Rätsel

Bislang wissen die Experten nicht, warum manche Menschen weniger Dopamin produzieren als andere. Bei den Ursachen für eine der häufigsten neurologischen Erkrankungen im Alter tappen die Experten im Dunkeln. Als ein Risikofaktor gilt das Alter. Schätzungen zufolge leiden derzeit mehr als 250 000 Menschen in der Bundesrepublik. Die Mehrzahl der Patienten ist über 65 Jahre. Doch die Zahl der unter 40-Jährigen steigt stetig. Ein bekannter Fall ist der US-amerikanische Schauspieler Michael J. Fox, der bereits im Alter von 37 Jahren erkrankte.

 

Hoffnung auf Heilung

Hoffnung auf Heilung können die Mediziner derzeit keinem Patienten machen. Trotz großer Fortschritte lassen sich die Symptome bisher nur lindern und das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen. Medikamente, die den Dopaminmangel ausgleichen, operative Verfahren, Bewegungs- und Psychotherapie helfen, besser mit der Krankheit zu leben.

 

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Stand: 13.11.2010 Impressum