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Vitamin E
Vitamin E -
Das Vitamin für reife Jahre
Rheumaschmerzen lindern, Alzheimer hinauszögern, Herzinfarkt
vorbeugen: Natürliches Vitamin E bietet zusätzliche Hilfe
Die Natur sorgt vor: Damit ein kleines Weizenkorn zu einer
prächtigen Ähre und eine einzelne Nuss zu einem stattlichen Baum heranwachsen
kann, stecken in dem kleinen Samen nicht nur der Bauplan für die komplette
Pflanze, sondern – neben lebenswichtigen Nährstoffen – auch eine Substanz,
die den Keim vor Schäden schützt: Vitamin E.
Vor knapp 80 Jahren im Tierversuch als fruchtbarkeitsfördernder Stoff entdeckt,
hat sich das Vitamin mittlerweile als Multitalent entpuppt. Vitamin E, auch
Tocopherol genannt, kann das Risiko für schwere Leiden wie Herzinfarkt und
Schlaganfall senken. Äußerlich angewendet mindert es Hautschäden durch übermäßiges
Sonnenbaden sowie andere Schönheitssünden.
Vitamin-Therapie
Damit nicht genug: Tocopherol senkt möglicherweise das Risiko, an
Prostatakrebs zu erkranken. Auch Rheuma- und Alzheimer-Patienten scheinen von
der Vitamingabe zu profitieren. Viele Mediziner plädieren deshalb für den
therapeutischen Einsatz von Tocopherol. »Eine konsequente Vitamin-E-Therapie
bei Arthrose-Patienten«, so Professor Johann Ringe, Rheumatologe am Klinikum
Leverkusen, »kann den Zeitpunkt eines Gelenkaustauschs hinauszögern« – also
zum Beispiel das Einsetzen künstlicher Kniegelenke.
Radikalfänger
Was die fettlösliche Substanz zum medizinischen Tausendsassa macht,
geht vor allem auf eine herausragende Eigenschaft zurück: Vitamin E
neutralisiert freie Radikale. Diese äußerst reaktionsfreudigen Sauerstoffmoleküle
bildet – und neutralisiert – der Körper selbst ständig während des
Stoffwechsels und der Zellteilung; ihre Zahl kann jedoch durch Umweltfaktoren
wie intensive UV-Strahlung oder Abgase erhöht werden. Wer raucht, extrem
belastet ist oder unter chronischen Krankheiten leidet, produziert mehr dieser
aggressiven Moleküle. Weil freien Radikalen ein Elektron fehlt, bedienen sie
sich bei benachbarten Molekülen, etwa bei den Zellbausteinen Fett und Eiweiß
– und lösen damit eine fatale Kettenreaktion aus. Auch der Zellkern und das
darin enthaltene Erbgut kann Opfer ihrer Attacken werden.
Zellschutz
Vitamin E entfaltet seine schützende Wirkung bereits in den
Zellmembranen. Dort lagert es sich ein und bewahrt ungesättigte Fettsäuren vor
der Oxidation, dem Ranzigwerden, indem es den Angreifern ein eigenes Elektron
abgibt. Besonders gut schützt das fettlösliche Vitamin E im Verbund mit
Vitamin C. Diese Zusammenarbeit ist äußerst effektiv: Ein Molekül Vitamin E
kann ungefähr 1000 Fettmoleküle vor der Oxidation bewahren.
Die richtige Dosis
Inzwischen gilt als gesichert, dass ein Zuviel an zellschädigenden
Radikalen und ein Zuwenig an zellschützenden Substanzen typischen
Zivilisationsleiden wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Schlaganfall den Weg
bereitet. »Welche Dosis für den antioxidativen Effekt benötigt wird«,
berichtet Professor Dr. Gerhard Rechkemmer von der Bundesforschungsanstalt für
Ernährungsphysiologie in Karlsruhe, »ist noch unklar.«
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) rät Erwachsenen zu 12 bis 14
Milligramm Tocopherol täglich. Auch Rechkemmer hält dies für ausreichend. Für
die doppelte Menge plädiert sein Kollege Professor Dr. Hans Biesalski, Ernährungswissenschaftler
an der Universität Stuttgart-Hohenheim.
Soll Vitamin E bei Leiden wie Alzheimer oder Rheuma die Behandlung unterstützen,
empfehlen viele Mediziner deutlich höhere Dosen: Mengen bis zu 800 I. E.
(internationale Einheiten) – das entspricht einem Gewicht von rund 500
Milligramm – gelten als therapeutisch wirksam.
Ernährung
Die von der DGE empfohlenen 14 Milligramm pro Tag lassen sich mit einer
vollwertigen und ausgewogenen Ernährung aufnehmen, höhere Dosen nur mit einem
Vitamin-Präparat. Gute Vitamin-E-Lieferanten sind fetthaltige Saaten, Körner
und Nüsse sowie die daraus gewonnenen Öle. Spitzenreiter ist das Weizenkeimöl
mit 215 Milligramm Vitamin E pro 100 Gramm. Schon ein halber Esslöffel deckt
den Tagesbedarf. Die gleiche Menge Sonnenblumenöl enthält 50 Milligramm, Öl
aus Maiskeimen 31 und aus Soja 29 Milligramm Vitamin E. Wer öfter Nüsse, Sesam
oder Sonnenblumenkerne knabbert und gern zu Vollkornprodukten greift, erschließt
sich ebenfalls gute Vitamin-E-Quellen.
Wer darüber hinaus ein Vitamin-E-Präparat einnehmen möchte, sollte auf
Tocopherol aus natürlichen Quellen achten. Dies verwertet der Körper doppelt
so gut wie ein chemisches Pendant.
weiterführende Links:
Deutsche
Gesellschaft für Ernährung e.V.
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